Servus Schanzer,
vom 27. bis 29. März ging es für uns – das Fanprojekt Ingolstadt gemeinsam mit dem FC Ingolstadt 04 – auf eine ganz besondere Reise: unsere diesjährige Gedenkstättenfahrt nach Österreich. Mit dabei waren engagierte Jugendliche, die bereit waren, sich mit einem wichtigen Teil unserer Geschichte auseinanderzusetzen. Ziel waren Linz sowie die Gedenkstätten Mauthausen und Schloss Hartheim.
Tag 1 – Gemeinsam unterwegs
Am Freitagnachmittag starteten wir unsere Reise Richtung Österreich. Schon während der Fahrt wurde klar: Diese Gruppe passt zusammen. Ein interaktives Quiz über WhatsApp sorgte für Spaß, Teamgeist und einen lockeren Einstieg ins Wochenende.
Nach rund viereinhalb Stunden erreichten wir Linz. Dort bezogen wir unser Hotel und ließen den Abend gemeinsam in gemütlicher Runde ausklingen. Erste Eindrücke der Stadt: offen, freundlich und absolut lebenswert.
Tag 2 – Geschichte, die bewegt
Nach einem etwas improvisierten, aber dennoch gelungenen Start in den Tag ging es zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen – einem Ort, der niemanden unberührt lässt.
Über 190.000 Menschen waren hier während der NS-Zeit inhaftiert, mindestens 90.000 verloren ihr Leben. Besonders eindrücklich: die sogenannte „Todesstiege“, die sinnbildlich für das unvorstellbare Leid steht, das Menschen hier erfahren mussten.
Ausgestattet mit Audioguides erkundeten wir das Gelände. Schritt für Schritt wurde uns klar, welches Ausmaß die Verbrechen hatten. Viele Teilnehmende waren tief bewegt – eine Erfahrung, die nachdenklich macht und lange im Kopf bleibt.
Im Anschluss kehrten wir in das Café auf dem Gelände ein – ein Ort, der heute bewusst für Begegnung und Menschlichkeit steht.
Nachmittag – Verarbeiten, Austauschen, Kreativ werden
Zurück in Linz nahmen wir uns Zeit, um über das Erlebte zu sprechen. Der Austausch innerhalb der Gruppe war intensiv und wichtig.
Ein Teil der Gruppe erkundete die Innenstadt, während andere ihre Gedanken kreativ ausdrückten: Auf einer freigegebenen Fläche entstand ein großes Graffiti mit der klaren Botschaft:
„Never Forget – Nie wieder ist jetzt“
Auch Begegnungen mit anderen Fanszenen verliefen ruhig und respektvoll – ein starkes Zeichen für gegenseitige Akzeptanz.
Am Abend trafen wir uns am beeindruckenden Mariendom und ließen den Tag nach einem gemeinsamen Essen ruhig ausklingen.
Tag 3 – Ein weiterer Ort des Erinnerns
Am Sonntag führte uns unsere letzte Station nach Schloss Hartheim. Hier wurden während der NS-Zeit tausende Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen systematisch ermordet – auch aus unserer Region.
Die Führung begann ruhig, fast unscheinbar – doch mit jeder Station wurde das Ausmaß der Verbrechen deutlicher. Besonders erschütternd war, wie gezielt und kalt Menschen als „nicht lebenswert“ eingestuft wurden.
Ein Moment, der uns allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Fazit – Warum solche Fahrten so wichtig sind
Diese Reise war mehr als nur ein Ausflug. Sie hat gezeigt, wie wichtig Erinnerungsarbeit ist – gerade für junge Menschen.
Neben historischem Wissen haben die Teilnehmenden vor allem eines mitgenommen:
Verantwortung. Für heute. Für morgen.
Gleichzeitig ist die Gruppe enger zusammengewachsen. Es wurde zugehört, diskutiert, reflektiert – und sich gegenseitig unterstützt.
Ein großes Dankeschön an alle, die dabei waren und diese Fahrt zu etwas Besonderem gemacht haben.
Never Forget – Nie wieder ist jetzt.


















